Und hier ist sie endlich, die lang erwartete, dringend benötigte und schon ewig überfällige FAQ zu meiner Rechner-Eigenbau-Wahnsinn-Seite :-) : * Wie lange hast Du dafür gebraucht ? Schwer zu sagen, hab das Teil nach und nach zusammengebaut und gelegentlich halt hin und wieder dran rumgebastelt. Die reine Nettoarbeitszeit würde ich auf etwa 100 Stunden schätzen. * Wie schwer ist der Rechner insgesamt ? Ca. 38 kg. * Wäre eine Wasserkühlung nicht besser ? Natürlich hab ich auch das versucht, auch mit Alkohol (neiiin, nicht selber saufen, um den Lärm nicht mehr wahrzunehmen :-) ), Heatpipes, etc., aber zur Waserkühlung: Ich habe keine Pumpe mit 100% ED gefunden, die nicht deutlich hörbar gebrummt hätte... ich hab sogar den Kühlkörper (Wasserkühler eines Motorrades) mit seinem Ventilator und mitsamt der Pumpe ins Nachbarzimmer gestellt, aber das Brummen der Pumpe hat sich auch über die Wasserleitungen übertragen, und war lauter, als die jetztige Lösung :-) Die leiseste von mir getestete Pumpe war noch die Micro Mouse von C*nrad Elecr*nic... Außerdem habe ich nach wie vor kein sehr gutes Gefühl, wenn da Wasser im Rechner rumplätschert, auch, wenn ich meinen Kupferblock- Wasserkühler sehr sauber gebohrt und verlötet habe... Und bei Isopropylalkohol hatte ich das Problem, daß immer wieder Luft reinkam (bzw. Iso vermutlich durch die Schläuche durch raus), und es dann deutliche Blubber- und Luftblasenströmungsgeräusche gab... Vielleicht spiel ich mich nochmal irgendwann, wenn mal mein jetztiges Kühlsystem nicht mehr ausreichen sollte (also CPUs mit 100 Watt oder so in sind :-)) ) mit Heatpipes, Wärmetauschern, und per Wärmezirkulation und deshalb ohne Pumpe arbeitenden Kühlkreisläufen, mal schaun :-) Aber - ich glaube, daß ich mich dann eher auf Heatpipes konzentrieren werde, war vom Ansatz her am Vielversprechendsten :-) * Aber... könnte man mit Wasserkühlung nicht weiter übertakten ? Doch, könnte man. Um vielleicht 10%, oder so :-) Mir kommts aber eher weniger auf die Geschwindigkeit, sondern vielmehr auf Stabilität, Zuverlässigkeit und vor allem auf die Lautstärke an. Und bevor ich z.B. auf Kosten der Verfügbarkeit des Rechners da 10% Mehrleistung habe, kauf ich mir lieber eine schnellere CPU :-) * Wieviel hat das Ganze gekostet ? Weniger als ein Rechner von der Stange kostet, und zwar, weil ich viele Teile defekt gekauft und selber repariert habe (z.B. Motherboard, Grafikkarte, etc...), und die ganzen Teile, mit denen ich das Gerät verfeinert habe, stammen fast ausschließlich aus Altgeräten vom Elektronikschrottcontainer :-) * Wieviel Strom braucht der Rechner ? Ein bißchen weniger, als der Rechner ohne die Umbauarbeiten brauchen würde (weil die Lüfter nie mit Volldrehzahl laufen). * Welche Temperaturwerte hat die CPU ? CPU: Höchstens 49 Grad Coretemperatur (gemessen direkt in der Kupferplatte des Kühlkörpers). Der Prozessor läuft bis 79 Grad stabil. Ich hab also 30 Grad Reserve. Der CPU-Lüfter läuft bei 48 Grad an, und bei 50 Grad mit Volldrehzahl. Im Leerlauf hat die CPU - bei 20 Grad Zimmertemperatur 37 Grad, - bei 30 Grad Zimmertemperatur 47 Grad, d.h., im Leerlauf läuft der Kühler nicht. Die CPU-Abluft wird durch Kamineffekt direkt nach draußen gedrückt, beeinflußt also das restliche Innenleben des PCs thermisch nicht. Der CPU-Lüfter läuft - bei 20 Grad Zimmertemperatur ab 35 % CPU-Auslastung an, bei 100% CPU-Auslastung mit 900 UPM - bei 30 Grad Zimmertemperatur ab 15 % CPU-Auslastung an, bei 100% CPU-Auslastung mit 1200 UPM Der Lüfter kann bis 4.200 UPM laufen. Also jede Menge Reserve. Der Lüfter ist drehzahl(!!)geregelt, d.h., es wird per Tacholeitung die Drehzahl gemessen und anhand der Istdrehzahl die Solldrehzahl nachgeregelt. Vorteil: Auch extrem niedrige Drehzahlen möglich - mit einer reinen Temperaturregelung durch Spannungsansteuerung läuft ein Lüfter ziemlich unkontrolliert und laut an. Viele Lüfter erzeugen bei Spannungen knapp unter der Anlaufspannungen ganz lästige Pfeif- oder Knacksgeräusche. * Welche Temperaturen hat es im PC-Gehäuseinneren ? Motherboardtemperatur: Ca. 3 Grad über Zimmertemperatur. Der Gehäuselüfter läuft bei einer Temperaturdifferenz von 3 Grad zwischen unten angesaugter und oben rausgeblasener Luft an, und würde bei 4 Grad Differenz mit Volldrehzahl drehen. Vorteil: Konstanter Luftstrom im Gehäuse je nach momentan abzuführender Wärmeenergie unabhängig von der Zimmertemperatur. * Wie heiß wird die Festplatte im Lärmdämmgehäuse ? Die Festplatte wird durch einen geregelten Lüfter, der immer unhörbar leise läuft, und bei 40 Grad anfangen würde, schneller zu drehen, und linear bei 42 Grad mit Volldrehzahl drehen würde, gekühlt. Die Lüfterspannung ist also bis zu 40 Grad konstant, und steigt dann linear mit der Temperatur. Die Platte hatte noch nie mehr als 41 Grad. (auch per HDD-Temperature- Monitor verifiziert). Unter 27 Grad Zimmertemperatur läuft der Lüfter mit Minimaldrehzahl (d.h., hat die Platte unter 40 Grad). Auch bei 30 Grad Zimmertemperatur ist der verwendete Radiallüfter immer noch unhörbar leise, man hört ihn echt nur, wenn man die Platte runterfährt, alle anderen Lüfter ausschaltet, und auch dann nur bei offenem PC-Gehäuse. * Welche Regler hast Du verwendet ? CPU-Regler: PD-Regler mit unterlagerter PLL-Drehzahlregelung. Festplatten-Lüfterregler: ganz einfache P-Regler. Gehäuselüfter: Differenztemperaturregler mit P-Charakteristik. * Wie hast Du die Kühler an der GraKarte und am Motherboard montiert ? Den großen - wie am Bild ersichtlich - mittels als Federn wirkenden z-förmig gebogenen Fahrradspeichen und Schrauben; die Löcher in der Platine waren bereits vorhanden. Die kleinen hab ich mit Silikonkitt, wie er im Sanitärbereich üblich ist, angeklebt. Passabler Wärmeleiter, spottbillig. ("Wärmeleitkleber" kostet echt Geld, und ist nur unwesentlich besser). * Welche Funktion hat die Schilling-Münze im Netzteil ? Gar keine, die hab ich lediglich zum Größenvergleich hingelegt :-) * Wie funktioniert der Lüfter für den CD-Brenner ? Bringts der ? Kann ich die Schaltung haben ? Naja, eine großartige Schaltung ist das nicht wirklich :-) - Man braucht ja nur schaun, wie die LEDs angesteuert werden; Es findet sich eigentlich immer (ausser bei einigen Geräten, wo z.B. was blinkt - da muß man sich halt z.B. mit einer R-C-Lösung spielen) eine LED-Konstellation, die eindeutig den Zustand kennzeichnet, in dem der Lüfter laufen soll... meist werden die LEDs über einen Open- Collector-Transistor mit Basisvorwiderstand, der zu einem Logikbaustein geht, angesteuert; und diesen Ausgang des Logikbausteins (mit üblicherweise - je nach Gerät - TTL-Pegel - nachmessen) greift man halt ab, verknüpft das ggf. noch logisch (z.B. per SMD-TTL-Gatter oder, wenns geht, per Dioden), und schaltet halt noch eine Open-Collector- Darlingtonschaltung zur Motoransteuerung hinterher... die paar Bauteile kleb ich üblicherweise per doppelseitigem Schaumgummiklebeband an ein freies Platzerl auf der Platine. Ich hab dasselbe mittlerweile bei einem Yamaha 4416 (muss man rechte Diode orange UND NOT linke Diode grün), bei meinem Plextor 12/4/32 (LED "R" ODER LED "L", also einfach Darlington über 2 Dioden ansteuern) und meinem Dat-Streamer (einfache Darlingtonschaltung ohne Verknüpfungen) gebastelt. * Nimmst Du Aufträge an, hast Du Bauanleitungen, Schaltpläne, etc... ? Nein, bedaure. * Woher beziehst Du die Teile ? Fast alle aus Altgeräten, Elektronikschrottcontainer, etc... Ich bin Stammgast im Altstoffsammelzentrum :-)) * Wird die CPU durch das hohe Gewicht des Kühlsystems nicht zu stark mechanisch belastet ? Nein, weil ja nur der Kühler auf herkömmliche Art montiert ist; der Lüfter ist ja am Netzteilgehäuse befestigt, und belastet daher gewichtsmäßig den CPU-Core nicht. Der Kühlkörper wiegt ohne Kupferplatte 270 Gramm; die Kupferplatte nochmal 200 Gramm; der Schwerpunkt des Gesamtkühlers samt Kupferplatte befindet sich nur 2,3cm vom Core entfernt, da durch das Forge-Verfahren die Kühlrippen sehr, sehr leicht sind. D.h., es wirkt wesentlich weniger Hebelwirkungen als bei herkömmlichen Lüftern, bei denen der Schwerpunkt durch den gewichtsmäßig mitwirkenden Lüfter viel weiter vom Core entfernt ist, auf den Core. Außerdem werden keine Lüftervibrationen auf den Kühler und damit auf den Core übertragen, wie es bei fast allen anderen Lüftern der Fall ist. Eine nicht zu unterschätzende mechanische Belastung. Und - eine mechanische Vibrationsentkopplung (z.B. per Schaumgummimatten, wie ich sie bei Rechnern, die ich sonst so zusammebaue, verwende) macht ja außer mir fast niemand :-) (Kurzanleitung: z.B. Mousepad zerschneiden, an Kühlkörper schrauben oder kleben (Pattex), und Kühlkörper ans Mousepad im Abstand von ca. 1 cm befestigen => es werden keine Lüftervibrationen mehr auf den Kühler, Motherboard, Gehäuse übertragen). Die CPU wird daher in meinem Rechner mechanisch weit weniger belastet, als mit handelsüblichen Hochleistungskühlern. * Die Fotoqualität ist nicht Hei Feidälity... jo, sorry, besser kanns meine Webcam nicht (vor allem nicht nachts und bei Kunstlicht, wo ich aktiv zu sein pflege :-) ), und mir nur wegen dieser Seite eine vernünftige Digitalkamera zuzulegen, wars mir den Aufwand (ausborgen, die Seite entstand ja nicht an einem Tag) und das Geld (selberkaufen) nicht wert :-) Aber - wenn mir wer eine einigermaßen brauchbare Digicam sponsort bzw. billig verkauft, haben eventuelle zukünftige Projekte eine bessere Bildqualität... :-)) * Hast Du sonst nichts zu tun ? Was machst Du sonst so ? Reichlich :-) Schau auf die Seite http://come.to/fachmann :-) * Es werden nicht alle Bilder angezeigt ! Mit einem vernünftigen Browser schon :-) (meine Empfehlung: Opera). * Was Du da baust, ist absolute Scheiße ! Zeitverschwendung, typisch Student, Du hast wohl zuviel Zeit, etc... Deine Meinung... Daß Du die mit den meisten anderen Lesern hier nicht teilst, beweist die überwältige Mehrheit der positiven Rückmeldungen, danke dafür :-) Jedem sein Hobby, manche hocken abends täglich vorm Fernseher, manche sammeln Briefmarken, etc..., ich bastel halt gern an Rechnern rum, Du verbringst Deine Zeit offensichtlich lieber damit, andere zu brüskieren :-) * He, Super, das Teil ! Danke, danke :-) Zum Gästebuch: http://www.solnet.ch/gaestebuch/index.html?USER_ID=68&Contr_ID=1945 Zurück zu meiner Homepage: http://stud4.tuwien.ac.at/~e9125356