Leise, stabil und schnell.
Ein Wahnsinniger baut sich einen Computer zusammen :-)
(c) 2001 von Thalmeier Richard.




ACHTUNG: Neuere Version (2003/2004): Siehe http://stud4.tuwien.ac.at/~e9125356/rechner-neu/.
(Nur Fotos, kein Text, vielleicht komm ich ja irgendwann mal dazu, was zu tippseln).
(Die Bilder der Eigenbau-Heatpipe fehlen dort auch noch...).




Der Rechner ist im Normalbetrieb aus einem Meter Entfernung auch bei absoluter Umgebungsruhe akustisch kaum noch wahrnehmbar - die mit Abstand lauteste Komponente ist jetzt der Monitor... Sogar die Energiesparlampe in meinem Zimmer produziert einen hoeheren Geraeuschpegel...

Eines gleich vorweg:
Untenstehendes habe ich lediglich dazu veroeffentlicht, einige Anregungen zu liefern, PCs leiser und zuverlaessiger zu machen.
Es handelt sich hierbei nicht etwa um ein  Angebot meinerseits, irgendwelche Auftraege anzunehmen, PCs umzubauen, leise PCs zu verkaufen, oder aehnliches. (Ich erhalte immer wieder derartige Anfragen aufgrund dieser Webseite).
Da ich derzeit unter sehr akutem Zeitmangel leide, kann ich auf etwaige Fragen nicht sehr detailliert eingehen; beispielsweise fange ich ganz sicher nicht an, irgendwelche Schaltplaene zu zeichnen und zu verschicken... Wer sich mit Elektronik auskennt, sollte kein Probleme haben; wer nicht... es gibt reichlich Literatur, mit der man sich mit der Materie vertraut machen kann... ausserdem - mit rein mechanischen Daemmassnahmen kommt man auch schon recht weit, und Temperaturregelungen gibt es bei so gut wie jedem Elektronikhaendler oder -Versand als Bausaetze oder sogar als Fertiggeraete zu kaufen... Manipulationen an Teilen mit Spannungen ueber 42V (also z.B. im Netzteil) duerfen ohnehin nur von Personen mit entsprechender Ausbildung und Berechtigung durchgefuehrt werden.

Das obligatorische Juristengeschwafel  (da ich wirklich keine Lust habe, wegen dieser Seite irgendwelche Probleme zu bekommen) :-) :
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so, jetzt zum interessanten Teil :-))

Grundkomponenten:

Motherboard: MSI 6330, K7T-Pro 2A. Erweitert um 8 ISA-Slots, Riesen-Chipsetkuehler, und einen Temperatursensor, der die CPU beruehrt.
CPU: AMD Duron 700. Laeuft mit 950 bei 1,65V. Extremer Riesenkuehler mit aufwendiger Radialentlueftung direkt ins Freie, natuerlich temperaturgeregelt.
Festplatte: IBM 40 GByte 5400UPM. Im aeusserst aufwendigem schalldaemmenden Gehaeuse mit Zwangsbelueftung. 2 Bleiplatten zur Vibrationsdaempfung. Gesamtgewicht des Festplattengehaeuses mitsamt Platte: Ca. 13 kg.
Grafikkarte: Geforce-2-MX, 5.5 nsec, TV-Out. 2 grosse Passiv-Kuehler fuer Grafikchip, je einer fuer die 4 RAMs.
RAM: 256 MByte, Siemens-Infineon PC-133.
Netzteil: Enermax 330W. Zusaetzlich: 1.200uF Primaerkondensatoren, 3 x  44.000uF Becherkondensatoren, spezifiziert fuer 300 Ampere, fuer 3.3V, 5V, 12V, Riesenkuehlkoerper fuer Primaer- und Sekundaerkuehlkoerper. Haelt 1,5 Sekunden Netzausfall bei Vollast durch. Temperaturregelung des doppelt kugelgelagerten Nidec-12-cm-Luefters: auf 4 Grad Differenztemperatur zwischen unten angesaugter und oben rausgeblasener Luft.Relais-Einschaltstrombegrenzung.
CD-ROM/DVD: Asus DVD-E612
CD-Brenner: Yamaha 4416. Statt des miesen eingebauten Daueheuler-Miniluefters: Eigenbau-Elektronik, die einen doppelt kugelgelagerten 4-cm-Luefter nur dann einschaltet, wenn eine CD gebrannt wird.
SCSI-Controller: Symbios NCR810A. Aktive Terminierung Marke Eigenbau.
Soundkarte: Creative SB128 PCI (OnBoard-Soundkarte deaktiviert). 3,5mm-Klinkenstecker rausgeloetet, und vernuenftige 6,3mm-Studiobuchsen und Cinch-Buchsen an separaten Panel montiert...
Streamer 1: Seagate Dat, DDS-3, 12/24 GByte
Streamer 2: Travan-3, Floppystreamer. (Aus Abwaertskompatibilitaetsgruenden :-) ).
Webcam: Creative USB, CT6840
Disk-LW 1: 3,5" 1,44 MByte Teac
Disk-LW 2: 5,25" 1,2MByte Epson (Der Nostalgie wegen :-) )...
HD-Wechselrahmen 1: SCSI
HD-Wechselrahmen 2: EIDE
PCMCIA-Controller: SCM Swapbox
Gehaeuse: Extrem aufwendiges, grossteils selbstentworfenes und gebautes Bigtowergehaeuse, alle Blechteile verloetet, Unterbau 3mm-Alublech, alle Flaechenteile mit schweren 1cm dicken Bodenteppich verkleidet, Kaminartige Belueftung, durch das Aufsteigen der erwaermten Luft ist im Normalbetrieb kaum noch ein Luefterbetrieb noetig. 15 5,25"-Einschuebe, 1x 3,5".

Bitte die grossteils miese Qualitaet der Fotos zu entschuldigen, die Creative USB-Webcam CT6840 kanns halt nicht besser :-)

Motherboard:
 

Links im Bild: Anschlußsteckerleiste fuer die zusaetzlichen ISA-Slots.
Rechts: Der Eigenbau-Chipsatzkuehler...
 

Links auf den PCI-Slots habe ich den Original-Chipsatzkuehler draufgelegt, um den Groessenunterschied zum Eigenbau-Exemnplar zu verdeutlichen :-)
 

... das ganze von oben,
 

... von vorne, jetzt liegt der Original-Minikuehler auf dem vernuenftigen selbergebauten drauf...
 

... und von der Seite.
 

Damit der Kuehler ja auch nie locker wird, wird er staendig mit Spiralfedern auf den Chip gedrueckt...
Rechts zu sehen: die Prachtkondensatoren des MSI K7T-Pro2A...
 

Original war der Temperatursensor als SMD-Bauteil direkt auf das Motherboard aufgeloetet.
Was sich natuerlich in sehr langen Reaktionszeiten des Temperaturmonitors und ungenauen Messwerten aeussert...
SMD-Bauteil wurde runtergeloetet, auf 2 Pole eines Flachbandkabels geloetet, und dieses auf den SMD-Platz im CPU-Sockel, an dem vorher der SMD-Temperatursensor war...
 

Ergebnis: Der Temperatursensor reagiert echt im Sekundenbereich auf CPU-Lastwechsel. Ein Tropfen Waermeleitpaste an die Unterseite der CPU verbessert den Waermeuebergang nochmals betraechtlich.
 

Gut zu sehen ist hier die Form des Chipsatzkuehlers, der die freien Bereiche des Motherboards optimal ausnutzt :-)
 

Oberhalb des Lautsprechers sieht man hier, dass dieses Motherboard mal fuer einen optionalen ISA-Slot vorgesehen war. Meines ist jedoch mit 6 PCI-Slots bestueckt.
Links: ein mit Platinenresten am Motherboard angeschraubtes Stueck Lochrasterplatine mit Stiftleisten drauf,
 

die dieselbe Pin-Belegung wie der ISA-Slot haben...
 

Das groesste Problem war, dass die durchkontaktierten ISA-Anschluesse am Motherboard nicht verzinnt waren, sondern mit Lack gefuellt... mit einem 0,35mm-Bohrer kann man sie jedoch freibohren, dann einen Faedeldraht reinstecken, und das Ganze zusammenloeten...
 

dauert eine Weile, das alles zu loeten :-)) Das Weisse ist uebrigens doppelseitiges Schaumgummiklebeband.
 

Ca. 1 Stunde dauerte das Loeten der mehr als 100 ISA-Pins...
 

Das sind Stecker, die ich bei meinen vorherigen Motherboards, einem P5A und einem P3B-F verwendet habe, um zusaetzliche ISA-Slots zu gewinnen... einfach von alten ISA-Karten runtergeschnitten, und doppelreihige Stiftleisten draufgeloetet.
In einen ISA-Slot des Motherboards reinstecken, auf ein Flachbandkabel Buchsenleisten draufpressen, und das Ganze zusammenstecken ...
Am anderen Ende des Kabels: Mit der Kreissaege ausgeschnittener ISA-Slot-Teil eines alten 286-er-Motherboards, an das an der Unterseite das Flachbandkabel angeloetet wurde...
 

Rueckseite der ISA-Erweiterungs-Stecker... beim unteren sieht man schoen, dass das mal eine Steckkarte war :-)
 

Festplattengehaeuse:
 

Dieses Edle Prachtteil bringt mit Abstand am meisten in Sachen Geraeuschdaemmung des Rechners. Die Platte wird dadurch absolut unhoerbar leise.
Gehaeuse: 10mm-Polyethylen. Massiv verschraubt mit 40x3,5mm-Spax, abgedichtet mit doppelseitigem 1mm-Schaumgummiklebeband.
Im Inneren: 2 Bleiplatten, auf einer liegt die Festplatte, und eine liegt auf einer Gummimatte auf der Festplatte drauf.
Die untere Bleiplatte hat links und rechts eine 1cm-Erhoehung (Siehe Schnitt auf der rechten Seite), sodass zwischen ihr und der Plattenelektronik die Luft durchziehen kann.
Die untere Bleiplatte ist über Gummidämpfer mit dem Gehaeuse verschraubt.
Rund um die Festplatte herum befindet sich ein 0,5-cm-Armaflex-Geraeuschdaempfschaumgummimantel. (Aehnliches Material wie Mousepads).
Auf der Festplatte liegt eine ca. 2mm dicke Kautschukgummimatte, die sich der Festplatten- und der Oberflaeche der daraufliegenden Bleiplatte anpasst. Zweck: Waermeleitung von der Fest- auf die Bleiplatte, satter Sitz der Bleiplatte auf der Festplatte.
Vorsicht: an der Oberseite von IBM-Platten findet man ein Loch, das nicht abgedeckt werden darf. Abhilfe: Stueckchen Draht auf die Platte vom Loch zum Festplattenrand legen, Klebestreifen drueber, Druckausgleich kann stattfinden. Loch wird durch Gummimatte nicht mehr abgedeckt.
 

Auf dem Kasten ist dann noch ein Radialluefter, der die Luft von unten durch das Gehaeuse saugt, und oben wieder rausblaest. Auch der Luefter ist zur Geraeuschdaemmung in Armaflex eingepackt. Durch Drehzahl- (nicht Spannungs-, sondern echte Drehzahlregelung mit Tachosignalauswertung in der Rueckkopplung) unhoerbar leise.
An der Vorderseite sieht man die Kabelausgaenge, die ebenfalls mit Armaflexmatten abgedichtet sind, damit dort keine Geraeusche nach aussen dringen.
 

Ordentlich verschraubt, das ganze, gell ? :-)
 

Der Radialluefter. Geoeffnet. Ist gerade in Betrieb....
 

Der Deckel, der am oberen Bild noch auf das Gehaeuse raufgeschraubt war, mit dem Unterteil des Radialluefters.
 

... Deckel von der Seite,
 

und umgedreht. Man sieht, dass der Deckel aus 3 Schichten besteht; zwischen der unteren und oberen wird die Luft nochmal durchgezogen, damit auch wirklich kein Laerm nach aussen dringt. Links die Ansaugloecher.
 

Abgenommener Deckel, man sieht auf die Oberseite der oberen Bleiplatte. Oben und unten im Gehaeuse sieht man die Armaflex-Matten, die verhindern, dass die Vibrationen, die von den beiden Bleiplatten (Gesamtgewicht: 12 kg (!!!)) nicht geschluckt werden, ueber das Gehaeuse nach aussen transportiert werden koennen.
 

Die obere Bleiplatte auch noch rausgenommen. Man sieht die Gummimatte, die sich zwischen Blei- und Festplatte befindet, an der Unterseite der Bleiplatte haften.
 

Ich konnte die Festplatte leider nicht auch noch rausnehmen, um die untere Bleiplatte zu zeigen, da sie gerade lief, und die Aufnahmen, die ich mittels Webcam machte, auf genau dieser Platte gespeichert wurden :))
 

Fliegender Aufbau auf dem Schreibtisch halt :-) ... links hinten: der Rechner...
 

CPU-Kuehler:
 

Im eingebauten Zustand: Die Luft wird unten am roten Kuehlkoerper angesaugt, und zwar von dem sich oberhalb befindlichen Radialluefter.
Der blaest die Luft dann nach links in den Luftkanal, unter der links sichtbaren CPU-Luefter-Temperaturregel-Elektronik dann direkt ins Freie.
Vorteile:
- Die Luft zirkuliert nicht, wie sonst ueblich, dauernd im Kreis, und heizt sich immer mehr auf. Wesentlich effizienter.
- andere Komponenten am Motherboard werden nicht durch die CPU-Abwaerme beheizt
- andere Komponenten werden durch den CPU-Kuehler auch gekuehlt, da dieser nur kalte Luft anzieht
- der Netzteilluefter braucht viel weniger schnell zu drehen, da der die Temperatur der CPU nciht abfuehren muss
 

Kupfer leitet Waerme mehr als doppelt so gut als Aluminium. Darum: Blankpolierter Kupferblock mit Alu-Bodenplatte des Kuehlkoerpers festverschraubt.
Die Waerme des sehr kleinen CPU-Dies eines Durons wird so viel besser abgefuehrt und auf den Kuehlkoerper verteilt.
Zwischen Alu- und Kupferplatte befindet sich Waermeleitpaste,
unterschiedliche Temperaturausdehnungskoeffizienten werden durch die Sprengringe, die sich unter den Schraubenkoepfen befinden, mehr als ausgeglichen.
Der Befestigungsbuegel besteht aus ehemaligen Fahrradspeichen... Optimale Elastizitaet, ideales Biegemoment :-)
an der Oberseite des Kupferblockes sieht man den Draht zum Temperatursensor fuer die Temperaturregelung des Luefters. 5mm-Loch, 2cm tief.
 

Seitenansicht. 8-mm-Kupferblock auf 10-mm-Alublock. Kuehlkoerper ist im geschmiedeten ("forged") Verfahren hergestellt.
 

Der Kuehlkoerper stammt uebrigens aus einem Kuehlaggregat. Mittels Tischkreissaege in die benoetigte Form geschnitten. An der Oberseite siehr man noch die Loecher, an die ich vorher mit Armaflex-Matten einen 6-cm-Axialluefter geschraubt habe...
 

Groessenvergleich:
Links: Standard-Duron-Kuehler.
Mitte: Global-Win - Duronkuehler mit 6-cm-Luefter.
Rechts: Eigenbau-Kuehler, und darueber der verwendete Radialluefter. Nidec. Doppelt kugelgelagert.
 

Noch eindrucksvoller duerfte der Groessenvergleich ausfallen, wenn man sich die Teile von oben anschaut :-)
 

Der Radialluefter in eingebauten Zustand. Links: der Lueftungskanal, darueber: die Temperaturregelelektronik.
 

Vielleicht sieht man hier den Luftkanal (aus Armaflex) besser... Auf dem Radialluefter: Armaflex zur Abdichtung gegen den Kuehlkoerper. Der Luefter wurde zur Vibrationsdaempfung auch ueber eine Armaflex-Matte an das Netzteilgehaeuse geklebt...
 

Der Kuehlkoerper im eingebauten Zustand.
Links davon: die 6,3mm-Studio-Klinkenstecker, die die Schrottklinkenstecker an der Soundkarte ersetzen :-)
 

Grafikkarte:
 

Geforce2-MX. 5,5nsec-RAM. Sowas muss einfach hochgetaktet werden :))
Damit das Ganze laermfrei vonstatten geht, braucht man dafuer eine vernuenftige Passivkuehlung...
Wenn man auf einen BGA-Chip einen schweren Kuehlkoerper klebt, fliegt der irgendwann (Zinn fliesst) mitsamt dem Chip runter, verursacht jedoch zumindest irgendwann mal eine defekte Loetstelle.
Schraubt man ihn einfach an der Platine fest, biegt sich diese leicht durch, selber Effekt wie oben: frueher oder spaeter: geloeste Loetstellen.
Einzig vernuenftige Befestigungsmethode: Planes Zusammendruecken von Chip und Platine.
Realisierung: Sandwitchkuehlung: je ein Kuehlkoerper an jeder Seite der Platine, die dann federnd zusammengeschraubt werden...
Federung: Z-Foermig gebogenes Stueck Fahrradspeiche mit oesenfoermig gebogenen Enden, durch die die Schraube fuehrt...
 

Bestueckungsseite der Grafikkarte: das Schwarze ist der GF2MX-Kuehler, die 4 Goldfarbenen sind mit Sanitaersilikon (brauchbarer Waermeleiter) auf die RAMs geklebt.
(btw., der CPU- und Chipsetkuehler sind nur Provisorien - das Motherboard liegt auf dem Schreibtisch, die Webcam haengt nach wie vor an diesem Brettl dran :-) )...
 

Hier schoen sichtbar: die Sandwitchkuehlung.
Zwischen dem rechten Kuehlkoerper und der Platine befindet sich ein 4x4cm-Stueck glasfaserverstaerktes waermeleitendes Isolationssilikon, wie es z.B. fuer die isolierte Montage von Leistungstransistoren verwendet wird.
 

Die Luft wird da schoen durch das Kuehlschlitz-Slotblech mitten durch die Kuehlrippen gezogen...
Mit dem Original-Kuehler wurde der Chip so heiss, dass man ihn nicht mehr angreifen konnte; hier wird er nichtmal mehr handwarm...
 

gut... ein PCI-Slot muss dafuer geopfert werden, das ist mir der Effekt aber wert :)
 

ISA-Slot-Erweiterung:
 

ISA-Slots. Ich brauch ISA-Slots.
Warum ? weil ich noch jede Menge ISA-Messkarten rumliegen habe, grossteils Marke Eigenbau. Oszilloskopkarten, I/O-Karten, DAC/ADC-Karten, etc...
 
 

Man nehme: ein altes 286-er-Motherboard, eine Kreissaege, ein Flachbandkabel und einen Loetkolben :-)
 

Netzteil:
 

Ein PC-Netzteil soll aus den 230V Wechselspannung, die das Netz so anliefert, stabile Kleinspannungen machen.
Wer sich schon mal am Oszilloskop angeschaut hat, was handelsuebliche Netzteile (ja, auch Markennetzteile) darunter verstehen, wird daran zweifeln, dass PCs ueberhaupt funktionieren :-))
Oben im Bild: Handelsuebliches ATX-Netzteil. Unten, eingebaut ins Gehaeuse: Mein Eigenbauexemplar.
 

Links an meinem Netzteil: Der Netzteilluefter, an der rechten Seite ist der CPU-Radialluefter montiert...
 

Der Netzteilluefter... Riesig, langsamdrehend, lautlos.
 

mein "altes" Netzteil, vor dem Umbau auf den aktuellen Stand :-)
 

Kondensatoren. Dicke, fette Kondensatoren. Kupferleitschienen, 1mm dick.
 

Schraubanschluesse. 6mm-Schrauben. Damit der Saft weiss, wohin er soll :-)
 

Das Netzteil. Enermax. 330 Watt. Strom satt. 32 Ampere bei 5 Volt. 30 Ampere bei 3,3 Volt...
Ich kann dieses Netzteil Normalbenutzern uneingeschraenkt empfehlen...
Hier sieht man, was Enermax als Sekundaer-Glaettkondensatoren auf seinem Netzteil verbaut...
 

Die rechts unten sichtbaren kleinen Zylinderchen sind die obengenannten Sekundaerglaettkondensatoren.
Die Joghurtbecher links neben der Elektronik sind das, was ich unter vernuenftigen Energiespeichern verstehe :-))))
Achja... der Kuehlkoerper auf dem Netzteil ist natuerlich auch Marke Eigenbau...
 

Man kann hier wunderbar sehen, wo die Standardkuehlkoerper aufhoeren, und wo die Eigenbauexemplare anfangen...
 

wenn man sich vorstellt, dass die gesamte vom Netzteillluefter bewegte Luft durch diese Rippen durchgepresst wird, kann man sich sicher vorstellen, dass die Elektronik dieses Netzteiles nie viel mehr als Zimmertemperatur bekommt :-)
 

Genau. Da durch muss die Luft. Links und rechts erkennt man die Kunststoffstreifen, die Primaer- und sekundaerkreis voneinander isolieren, wir wollen ja die Sicherheitsvorschriften nicht verletzen :-)
Uebrigens... das Freisaegen der Kuehlrippen geschah in stundenlanger Arbeit mittels einer normalen Hand-Buegel-Eisensaege :-) (da ich hier in der WG keinen vernuenftigen Schraubstock, geschweige denn eine Fraesmaschine, habe, hat mir das einige Wasserblasen an den Haenden eingebracht :-)) )...
 

Kuehlflaeche: In etwa die sechsfache des Originalkuehlkoerpers.
 

Und noch dazu viel effizienter arbeitend, weil die Luft nur durch diese Kuehlrippen kann.
 

Saemtliche starkstromfuehrenden Leiterbahnen habe ich noch mit einigen 1,5mm^2-Kupferdraehten verstaerkt,
 

und alle (!) Loetstellen des Netzteiles habe ich noch haendisch nachverloetet. Kalte oder gerissene Loetstellen nach ein paar Jahren sind damit ausgeschlossen.
 

Nochmals zum Bewundern: Links die Glaettkondensatoren, Mitte: Netzteilplatine mit Eigenbaukuehlkoerper, achja, und rechts: Die zusaetzlichen Primaerkondensatoren...
4x 820uF, jeweils 2 in Serie, und 2 parallel, macht 820uF. Primaersiebung bis zum Abwinken :-))
 

Das Enermax braucht beim Einschalten laut Spezifikation kurzzeitig 40 Ampere an der 220V-Leitung. Ohne diese Kondensatoren natuerlich. Und ohne die fetten Sekundaerkondensatoren.
 

Gut sichtbar: 2 in Serie, 2 parallel. Zwischen den 4 Kabeln, die nach links gehen, haengen jeweils zwischen 2 ein Varistor, ein 100kOhm-Widerstand, und ein 100nF-Kondensator, um die Spannung genau auf die in Serie geschaltenen Kondensatorpaare aufzuteilen...
 

Auch hier sieht man nochmal schoen, um wieviel die Kuehlkoperierflaeche vor allem der Primaerseite (links) vergroessert wurde, und was ich da alles mit der Handsaege weggeschnitten habe :-))
 

Nachdem eine derartige Kondensatorbatterie, sowohl primaer, als auch sekundaer, erstmal geladen sein will, und das ohne weitere Massnahmen ganz sicher zum Ansprechen jeder ueblichen Sicherung fuehren wurde, braucht es eine Einschaltstrombegrenzung.
4 Widerstaende zu je 60 Ohm, alle parallelgeschaltet ergeben 15 Ohm. Das weisse Kasterl darueber ist das Relais, das die Widerstaende ueberbrueckt, sobald die 12V-Leitung sekunder 9Volt ueberschritten hat, die Kondensatoren also grossteils geladen sind...
Macht einen Einschaltstrom von knapp 15 Ampere, was schon wesentlich humaner als die geschaetzten hundere Ampere ohne Einschaltverzoegerung ist :-)
Kurzzeitig in den Widerstaenden verbratene Leistung: 3,3 kWatt :-), bei Nennleistung (330W / 75%) ca. 30 Watt...
Da die Widerstaende durch das Relais ueberbrueckt werden, das an die 12-V-Leitung angeschlossen ist, sind die Widerstaende im Standby-Betrieb nicht ueberbrueckt. Bei (viel zu hoch :-) ) geschaetzten 15 Watt Leistungsaufnahme verbraten die Widerstaende hier nichtmal 0,1 Watt...

Die uebliche Variante, naemlich Temperaturabhaengige Widerstaende, NTCs, in Serie zur 220-V-Leitung zu schalten, hat zwei gravierende Nachteile: Erstens brauchen die Dinger wesentlich mehr Leistung im gesamten Betrieb, da sie staendig aufgeheizt sind, und zweitens: Wenn man den Rechner schnell (in einer Zeit, in der zwar die Kondensatoren alle entladen, die Varistoren jedoch nicht abgekuehlt sind, also z.B. 1 Sekunde) aus- und wieder einschaltet, dann ist der Ladestrom um ein Vielfaches hoeher, als z.B. die von Enermax angegebenen 40 Ampere, was den Kondensatoren und der Schmelzsicherung im Netzteil sicher nicht guttut, und auch zum Ansprechen der Verteilersicherung fuehren kann... Ich hab den Varistor, der sich auf der Platine befindet, trotzdem nicht ueberbrueckt, sondern an laengere Leitungen angeschlossen, sodass er im Luftstrom ist, und die Platine nicht erhitzt...
 

Die Enermax-Elektronik samt Primaerkondensatoren und vernuenftigen Kuehlkoerpern ins Netzteilgehaeuse eingebaut....
Rechts gut sichtbar: Der Luefter: Am Netzteilgehaeuse ist ein Luefterrahmen montiert, an diesen sind 4 Armaflex-Gummimatten geklebt, und an diesen erst der eigentliche Luefter. Vorteil: Saemtliche Vibrationen des Luefters werden von den Gummimatten geschluckt.
 

Rechts oben: Primaerkondensatoren,
rechts unten: die Einschaltelektrik (hinten: die Widerstaende, vorne: das Relais, ueber den Widerstaenden: Netzentstoerfilter im Steckergehaeuse).
 

Schoen sichtbar, dass die Luft durch die Kuehlrippen gepresst wird => optimale Zwangskuehlung.
(rechts: CPU-Luefter).
 

nochmal der Groessenvergleich zwischen den Original- (rechts) und den zusaetzlichen (links) Primaerglaettungskondensatoren.
 

Verkabelung. Dicke, fette Kabel. Mit massiven angeloeteten Kupferplatten als Schrauboesen...
 

Gut sieht man hier den Unterschied zwischen dem, was Netzteilhersteller unter Leistungskabeln verstehen, und was ich verwende :-))
Enermax: 1,5mm^2-Kaberln. Ich: 8mm^2-Truemmer.
 

Eben :-)
 

Nochmal: Links: handelsuebliche Kaberln; rechts (die gelben und blauen): meine Verdrahtung :-)
 

5 x 8mm^2 allein fuer die Masse....
 

sowas will natuerlich auch vernuenftig verloetet sein :-)
 

jo, nochmal die Einschaltverzoegerung. Die Widerstaende sind mit waermeleitendem Silikonkleber und Schraubwinkel ans Gehaeuse befestigt...
 

im Vordergrund: Der Temperatursensor, der die Austritts-Lufttemperatur misst...
An der Unterseite des PC-Gehaeuses ist ein zweiter Temperatursensor, der die Temperatur der Eintrittsluft misst; eine Regelungselektronik steuert den Luefter dann so an, dass die Temperaturdifferenz zwischen 3 Grad (Luefterstillstand) und 4 Grad (Luefter-Volldrehzahl) betraegt...
 

Stromschiene vor dem Einbau der Sekundaerkondensatoren. Ausgelegt fuer ca. 200 Ampere :-))
 

und jetzt mit eingebauten und verdrahteten Kondensatoren.
Nach links geht der Motherbaord-ATX-Anschluss raus, nach rechts die ganzen Versorgungsstecker fuer die Geraete im Rechner.
Ganz wichtig: KEINE ABZWEIGUNGEN. Es geht ganz genau jeweils nur eine einzige Leitung zu jedem Verbraucher.
Dadurch gibt es keine Masseschleifen (die verursachen z.B. die Geraeusche in an die Soundkarte angeschlossenen Lautsprechern, wenn man auf Platte, CD-ROM o-ae- zugreift), und keine gegenseitige Beeinflussung (haengt z.B. an einem Kabel eine Festplatte und ein CD-ROM, und die Platte braucht mal, weil sie grad zugreift, mehr Strom, sinkt die Spannung aufgrund des Spannungsabfalles in der Zuleitung ab - und damit auch die, die das CD-ROM versorgt. Das CD-ROM ist an der Soundkarte angeschlossen, und schon haben wir wieder unerwuenschte Nebengeraeusche in der Stereoanlage :-) ) - ganz abgesehen von durch die (teils nicht unerheblichen) Spannungsschwankungen herbeigefuehrten Instabilitaeten, die ohne weiteres auch zu Datenverlusten fuehren koennen...
Wers nicht glaubt, soll mal ein paar Geraete an einen Anschluss mittels Y-Verteilern anschliessen, und sich dann mal mit einem Oszilloskop anschauen, welche Sauereien da an den "Gleichspannungs"kabeln daherkommen :-)))
 

Das wird alles sehr wirksam verhindert, wenn man jedes Geraet am stabilsten Punkt, naemlich an den Glaettungskondensatoren, anschliesst.
Achja, die Sense-Leitungen gehen bei meinem Netzteil natuerlich auch auf diese Kondensatoren :-)
 

Ist gar nicht so wenig Arbeit, die Draehte einigermassen elegant zu verlegen :-))
 

Das Netzteil, knapp vorm Zuschrauben :-) (hat uebrigens auf Anhieb perfekt funktioniert :-) ).
 

Damit die Uebergangswiderstaende auch wirklich minimal sind: von links wird der Strom zugefuehrt, hier (5Volt) ueber 3 Leitungen, an denen jeweils ein Kupferblech als Loetoese dran ist, und die dann alternierend mit den Abgangsdraehten auf den Kondensator geschraubt sind....
 

dasselbe mit der 3,3V-Leitung: Die Abgangsdraehte sind aegstens zwischen 2 Zuleitungskabeln eingeklemmt :-)
 

Kabel. Daumendicke Kabelstraenge :-))
 

PC-Gehaeuse:
 

Und das Ganze fertig zusammengebaut.
Links: Motherboard, rechts: Festplattengehaeuse, QIC-Streamer, die beiden Diskettenlaufwerke.
Ganz am unteren Rand des Bildes sieht man dann noch den Teil des Gehaeuses, in dem sich die ISA-Slots, das DVD-Laufwerk, PCMCIA-Controller und der IDE-Wechselrahmen befinden...
 

Ganz oben: links: Netzteil, rechts: SCSI-Geraete: DAT-Streamer, CD-Brenner, Wechselrahmen.
 

Die Luftausblasoeffnungen: links: Netzteil, rechts: CPU-Kuefter.
 

Auf das Blech geklebte Mantelstücke von Koaxkabeln, um Kurzschluesse der Platinenunterseite mit dem Gehaeuseblech 100%ig auszuschliessen :-) Die Richtung ist natuerlich so, dass die erwaermte Luft zwischen Motherboard und Gehaeuse ungehindert aufsteigen kann...
 

Der Unterbau. 3mm-Alublech.jede Menge Lueftungsloecher, robusteste Verarbeitung :-)
 

Das Gehaeuse in seiner vollen Pracht, (das Motherboard, an dem die Webcam haengt, liegt noch auf dem Schreibtisch )...
 

und jetzt mit allen Innereien (in Betrieb, uebrigens, die Webcam haengt auch dran :-) )...
 

Wie schafft man auf dem Schreibtisch platz... man haengt den Rechner ueber den Monitor an die Decke :-))
Alu-Schiene mit Laufkatze, auf 4 Inlineskate-Kugellagern ca. 1 1/2 Meter beweglich, und drehbar...
 

Der Rechner in Parkposition hinter dem Wandregal :-)
 

... freischwebend ueber dem Monitor...
 

Platzsparender gehts nicht mehr :-)
 


 

Sonstiges:
 

... der Luefter des CD-Brenners. Ich hab in den Brenner eine kleine Elektronik eingebaut, die ihn nur dann einschaltet, wenn gerade eine CD gebrannt wird...
 

und noch so nebenbei... so schaut ein von mir per Hand (verschiedene Schleifpapiere) blankpolierter Kuehlkoerper aus...
 

Fuer die Loetungen der Starkstromkabeln an die Netzteilplatine hat auch obiger 140-Watt-Loetkolben nicht mehr ausgereicht... hab mittels Gasloetbrenner ein wenig nachgeholfen... :-)
 

Soda... Viel Spass beim Nachbauen ! :-))
 

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